MontagTontag
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Das Kunsthaus Essen zählt nicht nur durch sein international ambitioniertes Ausstellungsprogramm, sondern auch durch seine musikalischen Projekte und Formate zu den profilierten Veranstaltungsstätten der Region. Mit Ernennung der Stadt Essen und des Ruhrgebietes zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 wurde im Kunsthaus unter dem Label „MontagTontag“ eine ausschließlich ehrenamtlich organisierte Konzertreihe ins Leben gerufen, die mit jährlich rund vierzig Konzertterminen jungen Musiker*innen, Bands und Ensembles eine mittlerweile namhafte Plattform für Live-Auftritte bietet. Die montäglichen Konzerte lockten eine Vielzahl internationaler wie lokaler Musikerinnen und Musiker ins Kunsthaus und begeisterten durch die Bandbreite des dargebotenen musikalischen Spektrums ein breit gefächertes Publikum.

Von ambitioniertem Jazz über klassische Solo- und Ensemblekonzerte, von intensiven Darbietungen junger Singer und Songwriter*innen über Konzerte mit Popeinschlag – die Konzertreihe setzte von Beginn an auf musikalische Vielfalt und zugleich auf die tatkräftige Unterstützung und Förderung der lokalen Musikszene.

Als Auftrittsort mit intimer Club-Atmosphäre fungierte das Kunsthaus-Café, das für die Besucher*innen ein unmittelbares Live-Erlebnis und für die auftretenden Musiker*innen einen direkten Kontakt zum Publikum garantierte.

Mit Ausbreitung der Corona-Pandemie und den Verordnungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens, die seit 2020 eine zeitweilige Schließungen von Kultureinrichtungen sowie die Einstellung von kulturellen Veranstaltungen vorsah, wurde auch die Konzertreihe „MontagTontag“ vorerst eingestellt. Das Kunsthaus verlor damit einen Teil des Publikums, die Musikerinnen und Musiker eine Möglichkeit, öffentlich aufzutreten, mit ihrer Kunst überhaupt erst sichtbar zu werden und neue Ensemblevarianten und Bühnenprogramme vor Publikum auszuprobieren. Zugleich fielen mit der verordneten Einstellung der Konzertreihe auch wichtige und nachhaltig wirksame Fördermöglichkeiten für lokale, insbesondere junge und aufstrebende Musikerinnen und Musiker weg.

Kreativität kennt keinen Stillstand. Künstler*innen müssen auch in der Krise handlungsfähig sein, um in Zukunft arbeitsfähig, sichtbar zu sein und sich als prägende Protagonist*innen innerhalb der Musikszene aller Genres behaupten zu können.

Auf der Basis von weitreichenden Erfahrungen, persönlichem Engagement und vorhandenen Strukturen, die sich mit der Konzertreihe „MontagTontag“ herausgebildet hatten, entwickelte das Kunsthaus schließlich im Sommer 2020 das Festival-Projekt „Hofkonzerte“, mit dem das Kunsthaus Essen lokalen und regionalen Musiker*innen die Möglichkeit gab, innerhalb eines Festivalzeitraumes, wieder öffentlich und vor Publikum aufzutreten. Zugleich konnten die acht Freiluftkonzerte auf dem ehemaligen, unmittelbar an das Kunsthaus angrenzenden Schulhof die existenziell bedrohliche Situation der lokalen Musikszene ein Stück weit auffangen.

Die Konzertreihe „MontagTontag“ befindet sich derzeit in einer Neukonzeption und ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.