Ausstellungsarchiv

Lichten

Uli Böhmelmann, Stefanie Pöllot, Michael Vorfeld, Wiebke Maria Wachmann

Ausstellungsdauer: 03.12.2005 – 15.01.2006

In der lichtärmsten Jahreszeit des Winters widmet das Kunsthaus dem Thema „Licht“ als künstlerisch reizvollem und sehr vielschichtigem Medium eine Ausstellung.

Ulli Böhmelmann
zeigt die Objekt-Licht-Installation „Glacia“: 32 transluzide Objekte („Piks“) aus Silikon hängen auf mittlerer Höhe in einer streng symmetrischen Anordnung von der Decke herab. Die 1.80 m langen, nach unten hin spitz zulaufenden Piks leuchten bläulich von innen heraus. Die scheinbar statische Kälte der Installation weicht bei näherer Betrachtung dem Eindruck von Standbildern fließender Wassersäulen. Erste Assoziationen mit leblosen Eiswelten lösen sich auf angesichts der teils schlieren- und tropfenförmigen Silikonhaut der Piks. Irritationen zwischen sich wandelnder Wahrnehmung und aufkommenden Erinnerungen führen zu einem Wechselspiel von Farb- und Formwirkung.

 

Stefanie Pöllot
setzt sich in ihrer Arbeit künstlerisch mit dem bewegten Bild auseinander. In den Filminstallationen werden 8mm Filme in verschiedenen Darstellungsformen präsentiert, die zum Ziel haben, eigene Zeitmuster zu entwerfen. Die Strategie des Looping und ihre Vermeidung der logischen Konsequenz von Zeit ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit. Die Filmsequenzen, die meist auf Endlosspulen montiert sind, sind nicht synchronisiert und lassen immer wieder aufs Neue ein wechselndes Gesamtbild entstehen.

 

MIchael Vorfeld
Michael Vorfelds Film „Leuchtstoff“ ist ein Film über Licht, Schatten und Bewegung, ein Spiel konkreter und sich auflösender Formen. Verschiedene Lichtquellen erfahren durch die Akteurin und die auf den Film abgestimmte Klangwelt eine suggestive poetische Kraft.
Eine audiovisuelle und elektroakustische Klangwelt entwirft er in seiner „Glühlampen-Musik“ mit Hilfe verschiedener Glühlampen, Mikrophone, Tonabnehmer und elektrischer Schaltelemente. Diese konzertante Performance übersetzt das Lichtgeschehen der Glühlampen unmittelbar in ein feingliedriges und vielschichtiges akustisches Geschehen.

 

Wiebke Maria Wachmann
hat für ihre Fotoserie „from sublime spaces: the apartment“ einen Teil ihrer Wohnung völlig eingeweißt und von außen mit 2,5 kw Filmlicht ausgeleuchtet. Das gleißende Licht überstrahlt Raumgrenzen, der konkrete Raumbezug verliert sich, die Belanglosigkeit des Alltags wird überstrahlt. Es ist nicht zu erkennen, ob nur die Sonne extrem stark scheint oder eine übernatürliche Strahlung Ursache ist. Die Realität wird auf diese Weise ungreifbar, und die Szenerie wirkt wie erstarrt. Die reale Umgebung wird dematerialisiert und Sublimes heraufbeschworen, wo man es am Wenigsten vermutet: Im Alltäglichen.

Fotos: Ingrid Weidig