Global Pott
Le grand Concert
Das Programm _Le Grand Concert_ entwirft eine klangliche Reise, die in der Welt des späten Barock bei Johann Sebastian Bach ihren Ausgang nimmt und bis in die Musik des 21. Jahrhunderts führt. Es entsteht ein intensiver Dialog zwischen Meditation, Spiritualität und Tanz.
Während Bach eine klare, lichtdurchflutete musikalische Architektur entfaltet, öffnen Sofia Gubaidulina und Arvo Pärt einen inneren Resonanzraum, in dem Stille, Atem und Spannung selbst zu expressiven Materialien werden. Ihre Musik erforscht die Vertikalität der Zeit – eine angehaltene, verdichtete Zeit, in der jede Geste symbolisches Gewicht erhält.
Im zweiten Teil des Programms beschleunigt sich der Puls, und die Dramaturgie verlagert sich auf Rhythmus und Körperlichkeit. Vom virtuosen Sarkasmus Mikołaj Majkusiaks über den leidenschaftlichen _Nuevo Tango_ Astor Piazzollas bis hin zum urbanen Humor und der improvisatorischen Energie Tomás Gubitschs wird das Feuer zum Motor der finalen Entwicklung.
So spannt das Konzert einen kohärenten Bogen zwischen Stille und Feuer, zwischen Kontemplation und Tanz, zwischen Innerlichkeit und Bühne – eine Linie, die den spirituellen Osten mit Lateinamerika und dem zeitgenössischen Europa verbindet.
Constantin Borodin – Violoncello
Constantin Borodin wurde in Chișinău geboren und begann im Alter von sechs Jahren mit dem Cellounterricht. Nach dem Schulabschluss setzte er seine musikalische Ausbildung an der Nationalen Musikuniversität Bukarest fort, wo er Bachelor- und Masterstudium in der Klasse von Prof. Marin Cazacu absolvierte.
Im Rahmen von zwei Erasmus-Stipendien studierte er anschließend am Königlichen Konservatorium Gent (Belgien) sowie an der Universität der Künste Berlin, wo er derzeit sein Masterstudium in der Klasse von Prof. Konstantin Heidrich fortsetzt. Er ist Preisträger von über zwanzig nationalen und internationalen Wettbewerben, darunter der 2. Preis beim Wettbewerb _„M is for Mozart“_ in Cluj, der 3. Preis beim _Domenico-Gabrielli-Wettbewerb_ in Berlin sowie zuletzt der 2. Preis beim renommierten _Internationalen George-Enescu-Wettbewerb_ in Bukarest (2022). Seine künstlerische Weiterbildung führte ihn zu zahlreichen Meisterkursen bei international renommierten Cellisten wie Gautier Capuçon, Miklós Perényi, Mirel Iancovici, Cătălin Ilea, Sebastian Klinger, Valentin Răduțiu, Stefan Popov, Justus Grimm u. a. Zudem war er Gast bedeutender Akademien wie der Internationalen Sommerakademie der Universität Mozarteum Salzburg (ISA), der European Chamber Music Academy (ECMA), der Rutesheimer Cellotage sowie der Akademie Ochsenhausen.
Als Solist konzertierte er u. a. mit dem Rumänischen Nationalen Jugendorchester, dem Rundfunk-Kammerorchester Bukarest, Camerata Chișinău, dem Kammerorchester Bremen Alt-Hastedt sowie den Philharmonien _Dinu Lipatti_ und _Ion Dumitrescu_. Konzertauftritte führten ihn in bedeutende Kulturzentren wie Berlin, Straßburg, Bern, Bukarest, Sibiu, Chișinău, Rutesheim und Reichenau an der Rax.
Constantin Borodin ist Stipendiat der Paul-Hindemith-Gesellschaft Berlin sowie des Deutschlandstipendiums und wurde von Institutionen wie der Stiftung Prinzessin Margareta von Rumänien, U.N.I.M.I.R. und dem Rotary Club gefördert. Er ist Mitglied des Rumänischen Nationalen Symphonieorchesters sowie des Ensembles _Violoncellissimo_.
Pavel Efremov – Akkordeon
Pavel Efremov stammt aus Chișinău (Republik Moldau) und gehört zu einer neuen Generation von Akkordeonisten mit einer zunehmend internationalen künstlerischen Präsenz in Mittel- und Osteuropa. Als Interpret des klassischen Akkordeons zeichnet er sich durch ein breit gefächertes Repertoire aus, das barocke Musik, zeitgenössische Werke sowie eigene Transkriptionen bedeutender Kompositionen umfasst.
Seine musikalische Ausbildung begann am Musikcollege _„Ștefan Neaga“_ in Chișinău in der Klasse von Prof. Sergiu Mirzac. Anschließend setzte er sein Studium in Deutschland an der Hochschule für Musik Detmold bei Prof. Marko Kassl fort. Im Rahmen eines Erasmus-Aufenthalts studierte er am Exzellenzzentrum _Musikene_ in San Sebastián (Spanien) bei Iñaki Alberdi. Derzeit absolviert Pavel Efremov sein Konzertexamen an der renommierten Folkwang Universität der Künste in Essen in der Klasse von Prof. Mie Miki – einer der prägenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Akkordeonszene.
Er konzertierte in bedeutenden Sälen und bei Festivals in ganz Europa und darüber hinaus, darunter die Elbphilharmonie Hamburg, Bijloke Gent, das Athenäum Bukarest und das Nationaltheater Bagdad. Neben seiner solistischen Tätigkeit ist er regelmäßig in Kammermusikformationen und interdisziplinären Projekten aktiv und arbeitet mit Schauspielern, Choreografen und bildenden Künstlern zusammen.
Pavel Efremov ist Gründer der Organisation SonArte, über die er in der Republik Moldau zahlreiche künstlerische und edukative Projekte initiiert, darunter _Summer Music Camp_, _Soirées Musicales_ und _SonArte PROMO_. Diese Projekte widmen sich der Förderung junger Musiker:innen sowie der Vermittlung und Sichtbarmachung des kulturellen Erbes. Parallel dazu engagiert er sich für die Erweiterung des Akkordeonrepertoires durch Transkriptionen, Auftragswerke und enge Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. Durch seine konzertante, pädagogische und kuratorische Tätigkeit versteht sich Pavel Efremov als kultureller Botschafter der Republik Moldau in Europa.
Im Jahr 2025 wurde er mit zwei bedeutenden Auszeichnungen geehrt: dem Preis _„After Graduation“_ bei der LSORM-Gala sowie dem _„Gavriil-Musicescu-Preis“_ des Ministeriums für Kultur der Republik Moldau.