Idan Hayosh

Idan Hayosh

Idan Hayosh war der erste Künstler, der 2015 die neu geschaffene Residenz im Kunsthaus Essen wahrnahm. Das KHE-Residenz-Programm wurde als Nachfolgeprojekt zum Stipendium "Junge Kunst in Essen" entwickelt, das nach sechzehnjähriger erfolgreicher Laufzeit vorübergehend pausiert. Mit der KHE-Residency sollen junge Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit erhalten, für einen bestimmten Zeitraum im Kunsthaus Essen zu wohnen und zu arbeiten. Die Auswahl der Residenz-Künstler geschieht ausschließlich auf Vorschlag. Gesucht wurden dabei Positionen, die sich mit aktuellen künstlerischen wie gesellschaftlich relevanten Fragestellungen beschäftigen und so stellvertretend wesentliche Tendenzen des zeitgenössischen Kunstschaffens reflektieren.

Zwischen Eleganz und Aggression: Idan Hayosh arrangiert Kettensägen, Triebwerke oder Generatoren zu streng symmetrisch angeordneten Installationen. Hayoshs Installationen sprechen die Sinne des Betrachters an und versetzen ihn in Alarmbereitschaft. Ihre rigide Symmetrie, der fast schon zwanghafte Ordnungswahn irritiert. Akustisch aber bläst Hayosh zum Angriff. Betritt man etwa seine Installation B52 display, für die verschiedene Gasflaschen pfeilförmig angeordnet wurden, ist das Geräusch entweichenden Gases so deutlich zu vernehmen, dass man nur im Raum bleiben kann, wenn man bewusst die inneren neuronalen Warnsignale missachtet.
Alle Installationen von Hayosh stellen die Grundrisse von Fotos nach, auf denen Flugzeuge, Hubschrauber, Bomben, Panzer, Raketen und Maschinengewehre von Waffenherstellern und von Armeen verschiedener Länder zu Tableaus arrangiert werden. In gewisser Hinsicht machen die Installationen diese Fotos erst real erfahrbar, übersetzen sie in ein abgründiges Theater der Abschreckung. Aufgewachsen ist Hayosh in Ràanana, einer Kleinstadt im Einzugsbereich von Tel Aviv. Nach seinem Fotografie-Studium in Tel Aviv konnte er nach Amsterdam ziehen, um an der Rietveld Academie zu studieren und zu arbeiten, seit etwas mehr als einem halben Jahr lebt er in Berlin. An seine Erfahrungen in Israel denkt er trotzdem noch jeden Tag. Trotz dieser Erfahrungen macht der selbsterklärte Pazifist keine explizit politische Kunst. Ihm geht es um die visuelle Kraft von Bildern und darum, wie einfach es ist, sich von ihnen einfangen zu lassen.
(Quelle: Daniel Schreiber, in: www.db-artmag.de

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