Julia Charlotte Richter

15. Stipendiatin Junge Kunst in Essen
Arbeitseinblicke

Samstag/Sonntag, 22./23. September 2012 15 -19 Uhr

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Julia Charlotte Richter (geb. 1982), studierte zunächst Kunst und Englisch an der Kunsthochschule Kassel sowie an der University of Portsmouth. Nach ihrem Abschluss 2010 wechselte an die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, wo sie 2011 bei Corinna Schnitt ihren Meisterschüler-Abschluss erlangte.

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In ihren Filmen und Medieninstallationen befasst sich Julia Charlotte Richter mit dem Lebensgefühl ihrer Generation, dem ungeklärten Zustand des Erwachsenwerdens. Dabei sind neben selbstreflektierenden zunehmend Forschungsarbeiten entstanden, die die Widersprüchlichkeit einer ganzen Alters- und Geschlechtergruppe im Blick haben. Die Künstlerin zeigt, dass es keine einfachen Antworten auf die Frage nach einer emotionalen wie gesellschaftlichen Verortung gibt und sich die Gestaltung von individuellen Lebensentwürfen keineswegs als ein leichtfertig zu realisierendes Unterfangen darstellt. Ihre Videoarbeiten "kreieren materielle und metaphorische Orte des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsensein. Sie lädt uns ein, für einen Moment mit ihr an der Schwelle zu verweilen, an der beide Lebensphasen ineinanderfallen." (Alexandra Gerbaulet)

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In Richters lautlosen Videoarbeit "Down the Rabbit-Hole" schweift die Kamera in ruhigen, fast sanft anmutenden Bewegungen über eine Gruppe junger Frauen, die in einem Zimmer auf dem Boden liegen. "Allein oder aneinander geschmiegt, offen ausgebreitet oder zusammengekauert sind sie aus keinem sichtbaren Grund in den Schlaf gesunken. Nichts, auch kein Licht scheint sie wecken zu können. Die herumliegenden Gegenstände auf dem Boden, auf der übervollen Kommode, die Kleidungsstücke, die Kuscheltiere, nichts gibt einen wirklichen Hinweis darauf, wo genau sie sich befinden und was sie vorher getrieben haben. Alles aber - einschließlich der Kamera - erzeugt ein Stimmungsbild, ein noch sich selbst gewisses, mädchenhaftes Körper- und Lebensgefühl, das wie der Loop kein Ende kennen will." (Bernhard Balkenhol)

Diese Mädchen kann man nicht wecken. Wie in einer großen narkoleptischen Wolke gefangen, scheint ihr Zustand der in sich gekehrten Ruhe und Selbstversunkenheit endlos zu sein, wie die Sehnsucht nach einer erfüllten Existenz.

Jury
Prof. Dr. Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn)
Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann (Frankfurt am Main)
Prof. Thomas Wagner (Frankfurt am Main)
Dr. Hans-Jürgen Lechtreck (Museum Folkwang)
Dr. Britta Schmitz (Hamburger Bahnhof, Berlin)
Balz Isler (14. Stipendiat "Junge Kunst in Essen")

Das Stipendium "Junge Kunst in Essen" ist ein Kooperationsprojekt des Kunsthauses Essen und des Kunstring Folkwangs.

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